Für die Schweizer Zoos wäre ein Forschungsverbot ein enormer Rückschlag

Vanessa - Kampagnenteam
Vanessa - Kampagnenteam
7 February 2022 Tempo: 2 minuti
Immagine
Koalabär

zooschweiz, der Verein wissenschaftlich geleiteter zoologischer Gärten in der Schweiz, bezieht Stellung zur radikalen Tier- und Menschenversuchsverbotsinitiative. Der Verein unterstützt Zoos, die dazu beitragen, die Tierwelt zu erforschen. Dazu gehören auch Tierversuche mit dem Schweregrad 0 oder 1 – also Versuche, die zu keinen oder nur minimalsten Belastungen für die Tiere führen, wie beispielsweise Beobachtungsstudien. Die Initiative will das verbieten. Eine Annahme würde für die Schweizer Zoos aber auch bedeuten, dass an Tieren getestete Arzneimittel für ihre Tiere nicht mehr erlaubt wären.

Grundlagenforschung der Tierwelt wäre stark betroffen

zooschweiz nennt verschiedene Untersuchungen, die fortan untersagt wären, zum Beispiel die Grundlagenforschung zu Krankheiten von geschützten Tieren wie der europäischen Sumpfschildkröte oder dem Bartgeier. Durch Tierversuche wird festgestellt, ob die Gesundheit der Tiere gut genug ist, um eine Wiederansiedlung zu ermöglichen. Auch wird die Wirksamkeit von Medikamenten für Wildtiere getestet. Weitere Versuche helfen zum Beispiel der Entwicklung eines Biberschutzrohres, um Biber vor dem Ertrinken in Abwasserschächten zu schützen. Betroffen wäre aber auch die Forschung zur Soziologie der Fledermäuse. Solche Verhaltensstudien helfen, die Tiere besser zu verstehen und besser zu unterstützten, oder auch ihre Haltung zu optimieren.

Tierärztliche Ausbildung würde eingeschränkt

Durch eine Annahme der Initiative sämtliche Versuche an Tieren verboten, auch jene ohne Belastung. Gemäss zooschweiz wären damit Fortschritte in der Grundlagenforschung zu bedrohten Tierarten und zu einheimischen Wildtieren gefährdet. Auch die Ausbildung angehender Tierärztinnen und Tierärzten dürfte an Qualität verlieren, weil sie keine Eingriffe an lebenden Organismen mehr üben dürften. Zusammengefasst kann gesagt werden, dass sich die Situation für Tiere, seien es Wild-, Haus oder Nutztiere, stark verschlechtern würde. Die Tiere wären die Leidtragenden dieser Initiative, weshalb sich zooschweiz für eine Ablehnung ausspricht.

Zum Statement von zooschweiz