Nein zur Initiative zum Tier- und Menschenversuchsverbot: Stellungnahme der Patienten-Dachorganisation HOPOS

Team  TVI Nein
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18 January 2022 Tempo: 2 minuti
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Arzt beratet Patient

Am 13. Februar 2022 stimmt die Schweizer Stimmbev├Âlkerung ├╝ber die Initiative zum Tier- und Menschenversuchsverbot ab. Die Initiative fordert: ┬źTierversuche und Menschenversuche sind verboten.┬╗ Ausnahmen gibt es nur, wenn ein Versuch zum Beispiel im ├╝berwiegenden Interesse des Tieres liegt und wenn der Versuch erfolgversprechend ist. Zudem sollen Medikamente aus dem Ausland, die an Tieren oder am Menschen getestet wurden, nicht mehr importiert werden d├╝rfen. Stattdessen soll in Alternativen zu Tierversuchen investiert werden (Stichwort 3R).

Die Annahme der Initiative w├╝rde faktisch zu einem fast vollst├Ąndigen Verbot von Tierversuchen f├╝hren. Da praktisch alle Medikamente, die im Ausland entwickelt werden, an Tieren und am Menschen getestet wurden, w├╝rde die Initiative zudem dazu f├╝hren, dass keine neuen Medikamente in der Schweiz mehr zugelassen w├╝rden. Es k├Ânnten nur noch die aktuell zugelassenen Medikamente verschrieben werden. Neue, zum Beispiel besser wirksame Medikamente (etwa neue Wirkstoffe gegen seltene Krebserkrankungen) k├Ânnten nicht mehr zugelassen werden.

Alternativen zu Tierversuchen haben in den vergangenen Jahrzehnten zwar grosse Erfolge erzielt und die Anzahl Versuchstiere konnte um fast 75 Prozent verringert werden. Jedoch sind zur Erforschung und Entwicklung von neuen Medikamenten Tierversuche noch immer unabdingbar.

Problematisch ist zudem das Verbot der Forschung am Menschen. Auch hier gilt: Ohne klinische Studien k├Ânnen keine neuen Medikamente entwickelt werden. Eine Zulassung von neuen Therapien ohne klinische Daten ist in der Schweiz nicht m├Âglich. Wichtig ist dabei zu betonen, dass Patientinnen und Patienten freiwillig an klinischen Studien teilnehmen und jederzeit ohne Angabe von Gr├╝nden aus einer Studie aussteigen k├Ânnen. Ein Verbot ist hier gunn├Âtig und zum Nachteil der Patienten.

Mit Blick auf die Patientinnen und Patienten im Bereich H├Ąmato-Onkologie spricht sich die HOPOS im Namen aller Mitglieder klar gegen diese Initiative aus. Die Folgen f├╝r unsere Patientinnen und Patienten w├Ąren gravierend: Die Patienten k├Ânnten in einigen Jahren nicht mehr auf dem neuesten Stand der Medizin behandelt werden und m├╝ssten f├╝r innovative neue Therapien ins Ausland ausweichen.

HOPOS H├Ąmato-Onkologische Patientenorganisationen Schweiz

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Kontakt:
Adrian Heuss, Pr├Ąsident a.i.
[email protected]